Wenn Lehrpersonen, Eltern und Kind ein Team bilden: Warum Zusammenarbeit das Wohl des Kindes stärkt
In meiner Beratung begegnen mir ab und zu Situationen, in denen Lehrpersonen, Eltern und Kinder nicht mehr auf derselben Seite stehen. Es entsteht ein Gefühl von Gegeneinander statt Miteinander. Eltern fühlen sich nicht verstanden, Lehrpersonen fühlen sich überfordert und Kinder geraten genau zwischen diese Fronten. Dabei wünschen sich alle dasselbe. Ein Kind, das sich sicher fühlt, wächst und sein Potenzial entfaltet.
Kinder spüren sofort, wenn Erwachsene sich nicht einig sind. Sie merken Spannungen, unausgesprochene Kritik und Unsicherheiten. Und sie reagieren darauf mit Rückzug, Widerstand oder Überforderung. Genau deshalb ist es so wichtig, dass Lehrpersonen, Eltern und Kinder als Team auftreten. Nicht perfekt, aber verbunden. Dies erlebe ich selber als Lehrperson auch so.
Warum Teamarbeit so entscheidend ist
Kinder brauchen Klarheit, Halt und ein gemeinsames Klima von Vertrauen. Wenn Schule und Familie unterschiedliche Botschaften senden, verliert ein Kind Orientierung. Es weiss nicht mehr, wem es glauben soll, was erwartet wird oder wo es Unterstützung erhält.
Gemeinsame Haltung bedeutet nicht, dass alle alles gleich sehen. Es bedeutet, dass alle Beteiligten das Kind im Blick behalten. Dass sie sich austauschen, einander respektieren und sich gemeinsam fragen: Was braucht dieses Kind wirklich.
Wie Zusammenarbeit gelingen kann
1. Gemeinsame Sprache entwickeln
Es hilft enorm, wenn Eltern und Lehrpersonen dieselben Begriffe nutzen. Worte wie Verantwortung, Respekt oder Grenzen bedeuten sonst für jede Seite etwas anderes. Ein gemeinsames Verständnis schafft Sicherheit für das Kind.
2. Zuhören statt verteidigen
In Gesprächen zwischen Eltern und Lehrpersonen entstehen schnell Missverständnisse. Wenn beide Seiten offen zuhören, entsteht Raum für Lösungen. Es geht nicht darum, wer recht hat, sondern darum, was dem Kind dient.
3. Das Kind einbeziehen
Kinder fühlen sich ernst genommen, wenn sie mitreden dürfen. Natürlich altersgerecht und begleitet. Frage dein Kind: Wie erlebst du das. Was brauchst du in der Schule oder zu Hause. Kinder wissen erstaunlich gut, was ihnen hilft.
4. Ressourcen sehen statt Fehler suchen
Lehrpersonen sehen das Kind im Schulalltag, Eltern sehen es im familiären Umfeld. Beide Perspektiven sind wertvoll. Wenn wir die Stärken des Kindes in den Mittelpunkt stellen, entsteht Wachstum statt Druck.
5. Verlässliche Kommunikation pflegen
Regelmässige und klare Absprachen verhindern viele Missverständnisse. Kurz und konkret reicht völlig. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern die Offenheit.
Wenn alte Muster im Weg stehen
Viele Erwachsene tragen Schulbilder aus ihrer eigenen Kindheit in sich. Vielleicht gab es früher wenig Raum für Dialog oder Angst vor Autoritäten. Solche Erfahrungen beeinflussen bis heute, wie Eltern Lehrpersonen begegnen und umgekehrt.
In der Beratung geht es oft darum, diese alten Muster zu erkennen. Denn nur wenn wir uns selbst verstehen, können wir eine gesunde und vertrauensvolle Zusammenarbeit gestalten.
Mein persönliches Fazit
Ein Kind wächst am stärksten, wenn die wichtigsten Erwachsenen in seinem Leben zusammenarbeiten. Wenn Schule und Familie kein Gegeneinander sind, sondern ein verlässliches Team, entsteht ein Umfeld, das Sicherheit, Mut und Selbstvertrauen schenkt.
Verbindung ist die Basis. Und das Wohl des Kindes steht immer im Mittelpunkt.
Kleiner Impuls für deinen Alltag
Wenn es rund um die Schule zu Spannungen kommt, stell dir die Frage: Wie können wir alle wieder auf dieselbe Seite des Tisches kommen. Diese innere Haltung verändert oft schon das ganze Gesprächsklima.
Herzlichst
Michelle
Ohana Beratung