Wenn Mütter sich selbst verlieren: Warum Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern Notwendigkeit
Viele Mütter, die in meine Beratung kommen, sagen denselben Satz. Ich kann nicht mehr. Sie lieben ihre Kinder, geben alles und funktionieren Tag für Tag. Und irgendwo auf diesem Weg haben sie sich selbst verloren. Bedürfnisse wurden auf später verschoben, Grenzen ignoriert, Pausen gestrichen. Zurück bleiben Erschöpfung, Schuldgefühle und das Gefühl zu versagen.
Überforderung entsteht nicht, weil Mütter zu wenig leisten. Sie entsteht, weil sie zu lange zu viel leisten und sich dabei selbst vergessen.
Warum Mütter besonders gefährdet sind auszubrennen
Mütter tragen oft eine unsichtbare Last. Verantwortung, Mental Load, emotionale Begleitung, Organisation und Fürsorge. Hinzu kommen hohe Erwartungen von aussen und von innen. Viele Mütter glauben, erst dann gut zu sein, wenn alle anderen versorgt sind.
Der eigene Körper meldet sich irgendwann mit Müdigkeit, Reizbarkeit oder innerer Leere. Das sind keine Schwächen. Das sind Signale.
Warum Selbstfürsorge nichts mit Egoismus zu tun hat
Selbstfürsorge bedeutet nicht, sich egoistisch abzuwenden. Sie bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen. Kinder brauchen keine ausgebrannten Mütter. Sie brauchen präsente Erwachsene, die in Verbindung mit sich selbst stehen.
Eine Mutter, die für sich sorgt, lebt ihren Kindern vor, wie man mit den eigenen Grenzen achtsam umgeht. Das ist eine der wichtigsten Lektionen fürs Leben.
Kleine Inseln im Alltag
Selbstfürsorge muss nicht gross sein. Gerade überforderte Mütter brauchen keine weiteren To do Listen. Sie brauchen kleine, realistische Inseln im Alltag.
1. Zwei Minuten bewusstes Atmen
Ein paar tiefe Atemzüge können das Nervensystem spürbar beruhigen. Mehr braucht es oft nicht.
2. Ein ehrliches Nein
Nicht jede Anfrage muss beantwortet werden. Ein Nein schützt deine Energie und ist ein Akt von Selbstrespekt.
3. Ein Moment ohne Funktion
Fünf Minuten sitzen ohne etwas leisten zu müssen. Kein Plan, kein Ziel. Einfach sein.
4. Eigene Gefühle ernst nehmen
Wut, Traurigkeit oder Erschöpfung dürfen da sein. Sie wegzudrücken kostet mehr Kraft, als sie wahrzunehmen.
5. Unterstützung annehmen
Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Verantwortung.
Warum Schuldgefühle so hartnäckig sind
Viele Mütter haben gelernt, sich selbst hinten anzustellen. Wenn sie sich dann Zeit für sich nehmen, tauchen Schuldgefühle auf. Diese Gefühle sind erlernt, nicht wahr. Sie dürfen hinterfragt werden.
Selbstfürsorge ist kein Gegenspieler von Liebe. Sie ist ihre Grundlage.
Wenn es alleine nicht mehr geht
Manchmal reichen kleine Inseln nicht mehr aus. Dann braucht es einen geschützten Raum, um wieder zu sich zu finden. Beratung kann entlasten, sortieren und neue Perspektiven eröffnen.
Es geht nicht darum, wieder perfekt zu funktionieren. Es geht darum, wieder in Verbindung mit sich selbst zu kommen.
Mein persönliches Fazit
Mütter müssen nicht alles tragen. Sie dürfen müde sein. Sie dürfen Unterstützung brauchen. Und sie dürfen sich selbst wichtig nehmen. Selbstfürsorge ist kein Extra, das man sich verdient. Sie ist eine Voraussetzung dafür, langfristig da sein zu können.
Kleiner Impuls für deinen Alltag
Frag dich heute nicht, was noch alles zu tun ist. Frag dich, was dir in diesem Moment ein kleines bisschen Luft verschaffen könnte. Oft beginnt Veränderung genau dort.
Herzlichst
Michelle
Ohana Beratung